BIC Techno Weltmeisterschaft Sopot 2013

Zur Vorgeschichte sei angemerkt, dass der BIC Techno 293 das Jugend Olympiaboard ist, auf dem im kommenden Jahr in Nanjing um Medaillen gesurft wird. Eigentlich sollten die Seglerverbände allein aufgrund dieser Tatsache bestrebt sein, den Nachwuchs in dieser Klasse nach Kräften zu unterstützen. Doch weit gefehlt. Zwar hat die ISAF im Herbst vergangenen Jahres nach einigem Hin und Her doch noch entschieden, dass das Windsurfen auch 2016 in Rio olympisch bleibt. Der DSV jedoch konzentriert die Förderung auf einige wenige Aktive, ohne sich um den Nachwuchs in der olympischen RS:X Klasse zu kümmern.  So gibt es z.B. weder D/C Kaderrichtlinien noch Bundestrainer für das Windsurfen. Daraufhin haben mehrere Landesverbände ihrerseits die Förderung des BIC Techno 293 ebenso eingestellt.

300Team Germany in Sopot

Doch es gibt Hoffnung. So haben sich zur diesjährigen Jugendweltmeisterschaft in Sopot / Polen die verbliebenen Trainer und Betreuer aus Berlin, Bayern und Hamburg zusammengetan, um ein gemeinsames Trainingslager mit Unterstützung des DSV und der Klassenvereinigung vorab zu organisieren und durch eine sinnvolle Arbeitsteilung auf dem Wasser auch während der Regatta dafür gesorgt, dass alle Teilnehmer stets die Unterstützung erhalten haben, die sie brauchten. Vor allem Regina Stadler vom Chiemsee und Sven Messow vom WSeV Berlin ist es zu verdanken, dass so etwas wie ein nationaler Teamgeist innerhalb der 12 deutschen Teilnehmer entstanden ist.

Sportlich war unter diesen Voraussetzungen im Vorfeld nicht davon auszugehen, dass die Deutschen im Konzert der 366 Teilnehmer aus 24 Nationen irgendwelche Erfolge einfahren könnten. Studiert man die Ergebnislisten etwas genauer, so wird man aber feststellen können, dass – abgesehen von einer französischen und israelischen Übermacht – nur vereinzelt Surfer aus anderen Nationen auf dem Siegertreppchen anzutreffen waren.

Gerade in der Alterklasse U15 gibt es denn auch einige Deutsche, die sich im vorderen Feld mithalten können. So konnten zwei Jungen nach sechs Wettfahrten auf den Plätzen 37 und 38 unter 93 Startern liegend den Einzug in die Goldfleet bereits als Erfolg für sich verbuchen. Lars Mühmel aus Hamburg kam dabei zunächst der Starkwind zugute während Stefan Hecker vom Chiemsee sich über den Leichtwind am zweiten Tag freuen durfte.

300Start der U15 am 2300_WCH

 

 

 

 

 

In den Finalwettfahrten steigerte sich Stefan Hecker dann ganz erheblich und erreichte mehrere TOP Ten Platzierungen und schob sich von Wettfahrt zu Wettfahrt weiter nach vorne. Am Ende reichte es für ihn trotz einer aufgegebenen und nicht gestrichenen Wettfahrt in der Vorrunde zu einem hervorragenden 14. Platz.  Angesichts vieler Franzosen und Israelis vor ihm entspricht diese Platzierung einem 6. Platz in der Nationenwertung. Da Stefan im kommenden Jahr in die Jugend olympische Altersklasse U17 wechselt, erscheint so eine Qualifikation für die Jugendolympiade noch möglich.

Doch nicht nur Stefan, sondern auch viele der anderen deutschen Teilnehmer haben gezeigt, was in ihnen steckt. Das gilt für Lars Mühmel mit Rang 43 im Endklassement ebenso wie für einige andere Surfer, die in den Wettfahrten ihrer Silver Fleet im Verlauf der Veranstaltung immer besser wurden und dort Plätze unter den ersten zehn erreichten.

Es bleibt zu hoffen, dass der nun eingeschlagene Weg der Bündelung der Kräfte in den kommenden Jahren fortgesetzt werden kann und dass sich sowohl der DSV als auch weitere Landesverbände aktiv in diese Entwicklung einbringen. Denn Einigkeit macht stark!